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ECVM beim Pferd 

Was bedeutet ECVM beim Pferd?

ECVM ist die Abkürzung für den englischen Begriff des Komplexes veränderter Halswirbel beim Pferd (Equine Complex Vertebral Malformation). Solche Veränderungen sind angeboren und ziehen sich mittlerweile durch fast alle Rassen. Immer mehr Pferde scheinen betroffen zu sein. Sogar im Leistungssport gibt es viele ECVM-Pferde. Doch können diese aufgrund gut ausgebildeter Muskulatur und Stabilisierung durch erfahrene Reiter:innen und regelmäßige physiotherapeutische Begleitung ihren Job stemmen. Landen betroffene Pferde jedoch im Freizeitbereich mit wenig oder nicht sachkundigem Training, nimmt die Katastrophe meist ihren Lauf.

Die typischen Symptome bei ECVM sind vielfältig:

  • überragend „viel Tritt“ als Fohlen/Jungpferd, später dann Probleme mit Takt und Losgelassenheit

  • Stolpern

  • Unwilligkeit beim Verladen/Balanceprobleme beim Transport

  • Stürze „völlig aus dem Nichts“

  • Auffällige Schiefe

  • Ungleiche Brustmuskulatur

  • „nörgelig“ beim Satteln und unter dem Sattel

  • Hektisches Kauen beim Reiten

  • Galopp nicht oder kaum möglich und wenn ja, schwer zu kontrollieren

  • Stark ungleiche Winkelung der Vorderhufe (ev. sogar einseitiger Bockhuf)

  • Abnormales Ablegen (mangelndes Einknicken vorne, Zaudern und Runterplumpsen mit der Hinterhand, Überkreuzen der Vorderbeine beim Aufstehen)

  • Und vieles mehr

 

Mittlerweile weiß man, dass auch die ersten beiden Rippen und /oder Brustwirbel betroffen sein können. Insofern ist der Name ECVM nicht mehr ganz korrekt. Fehlbildungen an Halswirbeln und vorderer Brustwirbelsäule können die Stabilität in der Halsbasis und die Tragkraft des Pferdes beeinträchtigen und zu Nervenreizungen führen, was sich in zahlreichen Symptomen äußern kann.


Die betroffene Region (CTÜ - Cervico-Thorakaler-Übergang) spielt eine wichtige Rolle für Stabilität; Balance und Tragkraft des Pferdes.  Hier finden sich Ansatzpunkte für zahlreiche Muskeln, die den Brustkorb tragen und den Hals bewegen, aber auch für Teile der Nackenbandplatte. Fehlen wichtige Knochenstrukturen an diesen Wirbeln, kann das Pferd die nötige Stabilität nicht aufrechterhalten. Ist nur eine Seite betroffen, entsteht zusätzlich eine ausgeprägte Schiefe im Pferd.

 

„Was kann ich bei einem Pferd mit ECVM tun?“

Die Behandlung bei ECVM zielt auf eine Verbesserung der Lebensqualität des Pferdes ab. So kommt man bei starken Schmerzen und bereits vorhandenen Facettengelenksentzündungen um ein „Anspritzen“ unter Ultraschallkontrolle in einer erfahrenen Klink nicht herum. Denn nur im schmerzfreien Zustand ist ein stabilisierendes Training möglich.

 

Mit angepasstem Training und gutem Management können leichte Formen von ECVM gut gemanagt werden. Bei schwereren Fällen ist besondere Vorsicht im Gelände und bei anspruchsvollen Aufgaben wie dem Springen geboten.

 

Alle ECVM-betroffene Pferde brauchen auf Dauer – und das ist wichtig - angepasste Trainingsmethoden, die ihre Schwachstellen berücksichtigen. Die richtige Kombination aus Faszien- und Muskeltraining ist der Schlüssel zum Erfolg. So können betroffene Pferde sogar bis in den Spitzensport eingesetzt werden.

 

Fazit

ECVM ist eine komplexe Erkrankung, die viel Aufmerksamkeit und Verständnis erfordert. Betroffene Pferde brauchen auf Dauer therapeutische Unterstützung, angepasste Trainingsmethoden und ein genaues Management, um ihre Lebensqualität zu verbessern und Reiten gefahrlos möglich zu machen.

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